Artikel vom 22.09.2022

Begegnungsfahrt Auschwitz

Vom 26.8. - 30.8.2022 nahmen acht EF-Schüler:innen unserer Schule mit Schüler:innen des Dreikönigsgymnasiums, des Norbertgymnasiums in Dormagen und des Geschwister-Scholl-Gymnasiums in Pulheim an einer gemeinsamen Begegnungsfahrt zur Gedenkstätte Auschwitz teil. Unterstützt wurde die Fahrt von der FH Köln und der Katholischen Hochschule. Jule Fialla (EF) schildert Ihre Eindrücke im folgenden Beitrag.

Am 27.August 2022 ging es für uns vom Düsseldorfer Flugharfen los nach Polen. Die meisten haben sich gefreut, aber wir waren trotzdem etwas unentspannt, weil unsere Lehrkräfte irgendwie in der Bahn feststeckten. Irgendwann wurden wir dann aber von der Schulleiterin des Dreikönigsgymnasiums gerettet und saßen dann auch endlich im Flugzeug. Der Flug war relativ angenehm und die Turbulenzen akzeptabel. Nachdem wir dann mit dem Bus zu unserer Jugendherberge gebracht wurden und die anderen Schüler*innen kennengelernt haben, ging es los mit der Zimmereinteilung. Nachdem das dann auch geschafft war, konnten wir uns bis zum Abendessen erstmal erholen und gemeinsam auf den morgigen Tag vorbereiten.

Nach dem Frühstück ging es dann auch schon zu der 6-stündigen Führung los. Die Gefühle waren gemischt, aber die Motivation, das zu schaffen und sich aktiv mit dem Thema auseinander zu setzen auf jeden Fall bei allen da.

Unsere Führung bestand aus zwei Teilen, zwischen welchen wir eine 30minütige Busfahrt zwischen den Lagern vorgenommen haben. Zu Beginn der Führung haben alle ein Paar Kopfhörer bekommen, um unseren Guide klar zu verstehen. Dann traten wir durch das leider fast schon „berühmte“ Tor, mit der Aufschrift „Arbeit macht frei“. Da haben die ersten mulmigen Gefühle sich schon bemerkbar gemacht. Im Laufe der Führung haben diese immer weiter zugenommen und das Entsetzen, welches wir empfunden haben, hat uns stets begleitet.

Unsere erste Station war der Block 15a, in welchem hunderte und aberhunderte Bilder der Opfer zu sehen waren. Auf ihnen stand der Geburtstag, der Tag der Ankunft im Lager und der Todestag. Zwischen Ankunft und Todestag lagen meist nur wenige Monate und die Männer und Frauen waren alle kahlgeschoren und tätowiert. Haufen von Schuhen, Brillen, Taschen oder Klamotten waren zu sehen, sowie tausende Kilo von Haaren, jedoch keine Skelette oder Knochen. Es wurde nicht einmal mehr als eine Hand voll Asche gefunden: der Mensch, komplett verwertet und ausgelöscht. In den Öfen verbrannt, die Knochen zerschlagen und als Dünger verwertet. Die Menschen gestapelt, tot wie lebendig und für Experimente missbraucht. Das war der anstrengendste Teil für die Meisten von uns. Der Teil, als es um Experimente an schwangeren Frauen ging, aber auch die Kinder-Klamotten und Schuhe haben viele berührt. Das Schlimme war, dass fast nichts auf das Geschehene hindeutete. Der Rasen war grün, die Häuser sahen aus, wie in einer ganz normalen Wohnsiedlung und auch die kleinen Bäche und Teiche waren blau und plätscherten fröhlich vor sich hin. All das hat es sehr schwer gemacht, sich vorzustellen, was dort früher alles passiert ist.

Als es dann nach diesem anstrengenden Tag wieder in die Jugendherberge ging, haben wir erstmal alles sacken lassen, uns in kleinen Gruppen zusammengefunden, das Erlebte besprochen und sogenannte „Emotionskarten“ ausgefüllt. Der Abend stand dann zur freien Verfügung genau wie der Sonntag danach, an welchem wir eine gemeinsame Tour nach Krakau unternommen haben. Am Morgen danach ging es dann auch schon wieder zurück nach Köln und diesmal waren alle pünktlich:)

(Jule Fialla, EF)

Wir möchten uns abschließend sehr bei unserem Förderverein bedanken, der diese Fahrt finanziell unterstützt hat.