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05.10.2020 Petra Wackermann

Erasmus+ Schulpartnerschaftsprojekt

Ab dem Schuljahr 2020/21 beginnt unser Erasmus+Projekt mit Partnerschulen in den Niederlanden und in Finnland zum Thema "Schule der Zukunft".

Wie können wir bei unseren Schüler*innen zentrale Schlüsselkompetenzen wie Eigenverantwortung, Zielorientierung und Kompromissfähigkeit stärken und gleichzeitig ihre fremdsprachlichen und interkulturellen Handlungskompetenzen fördern? Wie können wir unsere Schüler*innen darin bestärken, sich aktiv in die Gestaltung ihrer Lebenswelt einzubringen und dabei die Ideen gleichaltriger europäischer Jugendlicher als bereichernd zu erleben? - Durch ein Erasmus+ Projekt, bei dem sie gemeinsam mit Schüler*innen unserer Partnerschulen in den Niederlanden und Finnland aktiv an Visionen zum Thema "Schule der Zukunft" arbeiten!

    • Das Cals College liegt in Ijsselstein in der Provinz Utrecht und wird von derzeit ca. 1000 Schüler*innen besucht. Die Schule deckt alle Bildungsstufen ab und die Schüler*innen sind zum größten Teil niederländischer Herkunft oder haben einen marrokanischen Migrationshintergrund. An der Schule wird u.a. viel Wert auf die praktische Ausbildung gelegt. So gibt es an der Schule z.B. Werkstätten, Friseursalons und Restaurants, die von Schüler*innen betrieben werden. Die Schule verfügt über einen bilingualen Zweig, in welchem die Schüler*innen in mehr als der Hälfte ihrer Fächer auf Englisch unterrichtet und so in ihrer sprachlichen Handlungskompetenz gestärkt werden. Zudem verfügt die Schule über eine hervorragende Ausstattung im Bereich der digitalen Medien. Die Schüler*innen haben fast alle einen Laptop und in jedem Klassenraum steht ein Smartboard zu Verfügung.

      Seit einigen Jahren sind die Kolleg*innen des Cals College sehr damit beschäftigt, die Internationalisierung der Schule voranzutreiben. Erste Pilotprojekte und Schüleraustausche mit Deutschland und Spanien wurden erfolgreich durchgeführt und von allen am Schulleben Beteiligten sehr begrüßt. Ziel der Schulleitung und des Kollegiums ist es, intensiver und in Form einer sinnvollen Projektarbeit mit der Internationalisierung der Schule fortzufahren. Die Kolleg*innen der niederländischen Schule haben viel Erfahrung im Bereich des fächerübergreifenden Lernens und Arbeitens und können diese somit, beispielsweise bei der Gestaltung der Workshops während der Schüleraustauschtage, gewinnbringend in die Projektarbeit einbringen.

      Homepage des Cals College

    • Die Sammonlahti-Schule liegt im westlichen Teil der Stadt Lappeenranta in Südfinnland. Sie besteht aus drei Grundschulen und einer Mittelstufe und wird zur Zeit von etwa 880 Schüler*innen besucht.

      Die Schule verfügt über besondere Studienbereiche, aus denen die Schüler*innen wählen können. Hierbei sind vorrangig die Bereiche Englisch und Kultur, Sport, Wissenschaft sowie Kunst und Handwerk zu nennen. Eine Spezialisierung wie diese könnte demnach positiv zur Umsetzung der Projektarbeit beitragen.

      Die Sammonlahti-Schule ist die erste Schule Finnlands, die die Zertifizierung als Schule für nachhaltige Entwicklung von Bildungseinrichtungen erhalten hat. Außerdem ist die Schule für die Organisation und Entwicklung eines Junior-Universitätsmodells mit der Universität von Lappeenranta verantwortlich, wodurch das Kollegium eng mit der LAB University of Applied Sciences und der Lehrerausbildungsschule der Universität Helsinki auf dem Gebiet der Studentenbeteiligung zusammenarbeitet und sicherlich interessante Einblicke in außerschulische Vernetzungsmöglichkeiten bietet.

      Die Stadt Lappeenranta und die Sammonlahti-Schule haben bereits in früheren Erasmus+ Programmen positive Erfahrungen mit internationalen Austauschen gesammelt und sind bestrebt, die nachhaltige Entwicklung und Internationalisierung der Schule weiter auszubauen.

      Homepage der Sammonlahti-Schule

  • Unser Projekt „Schultopie – Visionen unserer Schule der Zukunft“, bei dem wir gemeinsam mit unseren Partnerschulen in den Niederlanden und in Finnland kreative Ideen für eine "Schule der Zukunft" entwickeln und verwirklichen, startet im Schuljahr 2020/21. Die Arbeit an den Inhalten und Aktivitäten des Projekts findet hierbei schulintern im Rahmen spezieller Projektstunden und in gemeinsamen Workshops mit den niederländischen und finnischen Schüler*innen während drei geplanter Austauschphasen statt. Teilnehmen können ca. 20 Schüler*innen der Jahrgangsstufe 7. Das Projekt läuft über 2 Schuljahre. Die Möglichkeit des grenzübergreifenden Arbeitens eröffnet den Lernenden hierbei die Chance, europäische Zukunftsvisionen gemeinsam zu gestalten. Langfristig wollen wir bei den Jugendlichen die Bereitschaft fördern, sich für eine Verbesserung der eigenen Lebenswirklichkeit einzubringen und die europäische Kooperation hierfür als positiv bereichernd zu erkennen.

    Zu Beginn des Projektes werden die teilnehmenden Schüler*innen eine Umfrage an unserer Schule entwickeln und durchführen: Womit sind unsere Schüler*innen an unserer Schule zufrieden, womit nicht? Welche Ideen und Verbesserungsvorschläge haben sie? Über die Ergebnisse dieser Umfrage tauschen sich die teilnehmenden Schüler*innen aller drei Partnerschulen anschließend per eTwinning aus und entwickeln konkrete Ideen für eine „Schule der Zukunft“.

    In den folgenden Projektphasen fertigen die Schüler*innen verschiedene Produkte zu den Themenbereichen „Gestaltung von Räumen, Gebäuden und Flächen“, „Gestaltung des Schullebens“ sowie „Präsentation unserer Schule der Zukunft“ an. Sie prüfen hierbei die Tragfähigkeit und die Umsetzbarkeit ihrer Ideen und planen und gestalten in digitaler Zusammenarbeit und in realen Austauschphasen mit den Schüler*innen der Partnerschulen unterschiedliche Vorhaben für ihre "Schule der Zukunft". Dabei soll es sich einerseits um konkrete Dinge handeln, die während des Projekts tatsächlich an der eigenen Schule umgesetzt werden können (z.B. die Gestaltung bestimmter Räume oder Schulhofbereiche oder Formen des schulischen Miteinanders), andererseits um Idealvorstellungen, wie eine "Schule der Zukunft" aussehen könnte. Dies muss zunächst nicht tatsächlich realisierbar sein, kann aber digital oder künstlerisch gestaltet zum Ausdruck gebracht werden.

  • Alle realen und virtuellen Austauschaktivitäten während des Projekts erfolgen in englischer Sprache. Es sind insgesamt drei jeweils einwöchige Austausche geplant: im Frühjahr 2021 in Ijsselstein/Niederlande, im Herbst 2021 in Lappeenranta/Finnland und im Frühjahr 2022 bei uns in Köln. Während der Aufenthalte in den Niederlanden oder in Finnland bekommen die Schüler*innen sowohl durch das Kennenlernen der Partnerschulen als auch durch die Teilnahme an thematischen Workshops zum Projektthema weitere Impulse für die Gestaltung ihrer "Schule der Zukunft".

    Pro Schule arbeiten jeweils ca. 20 Schüler*innen in den Projektgruppen. Während der geplanten Schüleraustausche werden jeweils ca. 10 Schüler*innen an eine der Partnerschulen reisen. Somit ist sichergestellt, dass alle Teilnehmer*innen die Möglichkeit erhalten, Einblicke in eine andere Schule zu erhalten und das Land und die Kultur der Partnerschüler*innen auch im direkten Austausch zu erleben.

    • Den offiziellen Bescheid über die Bewilligung des im Frühjahr 2020 gestellten Antrages auf Förderung durch die EU hat das Gymnasium Köln-Pesch Anfang September 2020 von der nationalen Agentur für EU-Programme im Schulbereich erhalten. Die Freude war riesengroß, und sogleich wurden die Kontakte zu der finnischen und der niederländischen Schule, die während der Schulschließung im Frühjahr und Frühsommer 2020 etwas zum Erliegen gekommen waren, wieder geknüpft.

      Leider konnte bedingt durch die Corona-Pandemie und die Auflagen für die Schulen nicht, wie ursprünglich geplant, eine klassenübergreifende, außerunterrichtliche Projektgruppe Erasmus+ im Jahrgang 7 eingerichtet werden. In Abstimmung mit der Schulleitung beschlossen die beteiligten Kolleg*innen darum, die Projektarbeit zum Teil in den Unterricht der bilingualen Politikkurse des Jahrgangs 7 zu verlegen. Eine weitere Erschwerung des Projektstarts ergab sich durch eine längere Krankheit des niederländischen Projektleiters. Am 8.12.2020 war es dann aber endlich soweit und der offizielle Start des Projekts am GKP wurde durch das Anbringen der Erasmus+ Plakette öffentlich gemacht.

      Die am Projekt beteiligten Schüler*innen wurden im Rahmen des bilingualen Politikunterrichts zunächst über die Inhalte und Ziele des Projekts informiert und in das Arbeiten via eTwinning eingeführt. Sie tauschten sich über ihre Ideen und Erwartungen an das Projekt aus und informierten sich über die Partnerländer und die EU. Anschließend entwickelten und erstellten sie kleine Vorstellungsvideos von sich selber, die im geschützten Raum des TwinSpace hochgeladen wurden und dort den finnischen und niederländischen Schüler*innen zur Betrachtung zur Verfügung stehen. Ebenso freuten sich die deutschen Schüler*innen darüber, ihre Projektpartner*innen mittels solcher Videos ein wenig kennenzulernen.

    • Erasmus+ ist das von der EU geförderte Programm für allgemeine und berufliche Bildung, Jugend und Sport. Dieses Programm birgt ein enormes Potenzial für die Schulentwicklung. Schulen können zum einen in Mobilitätsprojekten, während derer sie sich an Partnerschulen fortbilden, ihre Lehrkräfte auf die heutigen Anforderungen durch Globalisierung, Migration und Vielfalt vorbereiten. Zum anderen wird ihnen die Möglichkeit geboten, in Schulpartnerschaftsprojekten gemeinsam an übergreifenden und zukunftsweisenden Projekten zu arbeiten.

      Das Hauptziel von Schulpartnerschaftsprojekten besteht darin, das europäische Bewusstsein und die fremdsprachlichen Kompetenzen der teilnehmenden Schüler*innen zu stärken, ihre Fähigkeit zu grenzübergreifender Zusammenarbeit auszubauen und sie in die Lage zu versetzen, zukünftige Herausforderungen in einem vereinten Europa zu bewältigen. Durch die Organisation von Austauschen für Schüler*innen fördern diese Partnerschaften zudem grundsätzliche Werte wie Freiheit und Toleranz.

      Weitere Informationen zu Erasmus+

    • eTwinning ist eine von der EU finanzierte, geschützte online Plattform, die Schulen in Europa durch den Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien miteinander vernetzt. Registrierte Lehrkräfte, die in einem europäischen Land arbeiten, können somit über eigene Landesgrenzen hinaus mit anderen Schulen kommunizieren, Schulpartnerschaften aufbauen, kooperieren, gemeinsame pädagogische Projekte entwickeln und sich darüber austauschen.

      Nach erfolgreicher Registrierung für ein eTwinning-Projekt wird für die entsprechende Lerngruppe ein virtueller Arbeitsraum, der sogenannte TwinSpace freigeschaltet. Dieser ist in Bezug auf Erasmus+ Schulpartnerschaften besonders erwähnenswert, da er unseren Schüler*innen die Möglichkeit bietet, mit den Schüler*innen unserer Partnerschulen online zu kommunizieren, an den gemeinsamen Projektenaufgaben zu arbeiten, Produkte zu gestalten und zu präsentieren.

      Um auch anderen, nicht am Erasmus+ Projekt beteiligten Kolleg*innen die Vorzüge dieser Plattform nahezubringen und sie in das Arbeiten mit eTwinning einzuweisen, hat im November 2020 am Gymnasium Köln-Pesch eine Fortbildung stattgefunden, an der auch die Kolleg*innen der Partnerschulen in Finnland und den Niederlanden per Videoschaltung teilgenommen haben. Die Ergebnisse dieser Fortbildung kommen unter anderem auch dem diesjährigen Austausch mit der Partnerschule in Lille, Frankreich zugute, da die Begegnungen zwischen den Französischschüler*innen des 9. Jahrgangs und des Lycée Montebello in Lille im Schuljahr 2020/21 wegen der Corona-Pandemie nicht wie in all den Jahren zuvor stattfinden können. Stattdessen werden die deutschen und die französischen Schüler*innen gemeinsam an einem digitalen Multimedia-Magazin im Rahmen eines eTwinning-Projektes arbeiten.

      Weitere Informationen zu eTwinning

Unsere Partnerschule in den Niederlanden

Unsere Partnerschule in Finnland

von der EU gefördertes Programm

geschützte online Plattform

8.12.2020:

Die Kolleg*innen der Erasmus+ Gruppe freuen sich mit Schulleiter M. Sprunkel über den Start des europäischen Austauschprojektes.

Erasmus+ - Plakette

Teilnehmer*innen

Die Schüler*innen der bilingualen Politikkurse der Jgst. 7 sind gespannt auf ihre niederländischen und finnischen Partnerschüler*innen.